Workshops

Wie schmeckt ein Wort? Gibt es verbotene Wörter beim Dichten? Wer ist „ich“, wenn ich meine Geschichte schreibe?

Seit Jahren gebe ich Schreibworkshops an Schulen für alle Altersstufen, zum Beispiel für das Projekt „Lust auf Lyrik“ des Lyrik Kabinetts München und im Auftrag des Friedrich-Bödeker-Förderkreises.

Es existieren schon so viele fantastische Texte von lebenden und toten Autor*innen - gerne zeige ich den Teilnehmenden erstmal ein paar davon, lasse sie spielerisch damit umgehen und Antworten darauf schreiben. Richtig oder falsch gibt es nicht. Die Aufgaben sind so konkret und einfach, dass alle mitmachen können. Jede*r wird eine eigene, neue Erfahrung mit der Sprache machen. Dichten/Schreiben als Ausdrucksmittel und Spielmaterial. Besonders schön, wenn am Ende eine Aufführung stattfindet, bei der alle ihre eigenen Texte vorlesen, mit Mikrofon. Diese Aufführung probe und moderiere ich gerne. Dabei können auch musikalische und szenische Elemente einfließen.

Die Süddeutsche Zeitung schreibt über „Lust auf Lyrik“ unter der Projektleitung von Ann Kathrin Ast und Alex Burkhard:

"Die Schüler haben nicht nur Sprache kennengelernt, sondern auch viel über sich selbst erfahren", sagt Ast. Sie schrieben über Neuperlach, wo sie wohnen. Sie fantasierten sich ihre Traumstadt zusammen (am besten ohne Zigaretten, dafür gerne mit Schulpflicht und Kaufhäusern mit günstigen Klamotten). Sie dachten über Angst, Wut und Freude nach.

Jimmy brachte das zu Papier: "Manchmal habe ich Angst. Wenn ich Angst habe, bin ich hektisch wie ein Mensch, der am Arsch ist. Angst. Sie macht mich kaputt. Für mich ist sie wie Frösche, wenn ich sie sehe. Sie schmeckt nach vergammelten Eiern. Und sie riecht wie zwanzig Jahre altes Parfüm. Aber vor allem kann ich sie fühlen. Sie fühlt sich an wie Müll. Und auch ein Aussehen hat sie. Für mich sieht sie aus wie ein sterbender Mensch. Angst ist, wenn ich nicht mehr kann, sie ist wie der Teufel."

Die Schüler probierten sich in experimenteller Lyrik aus: "Am Himmel zischt es, summend die Bienen, ganz vor singt das Chromosom und der Monde zuckt, nur kein Wechselstrom." (Julian) Und sie übersetzten Nonsens-Gedichte aus dem Norwegischen, ohne die Sprache jemals gelernt zu haben. (…) Die Kinder sollen in der Schule machen, was sie privat nicht tun. So skeptisch manche anfangs sind: Bisher hat niemand den Auftritt mit seinem Gedicht verweigert.“

Süddeutsche Zeitung, 26. Juli 2017

 

Gerne stelle ich einen Workshop individuell für die Klasse zusammen. Einige Vorschläge finden Sie hier.